Gebärdensprache

Gebärden­sprache und Gebärden­­sprach­­dolmetschen
 

Die Österreichische Gebärdensprache ist seit 2005 in Österreich als eigenständige Sprache anerkannt und in der Verfassung verankert.

US-amerikanische Forschungen in den 1960-Jahren haben nachgewiesen, dass Gebärdensprachen vollständige Sprachen sind, die eine eigenständige Grammatik und Sprachstruktur haben wie gesprochene Sprachen. Sie bedienen sich neben den Gebärden als Sprachzeichen auch des Raums, der Gestik und der Mimik, um Informationen zu codieren.

Wie gesprochene Sprachen sind auch Gebärdensprachen national unterschiedlich, haben dialektale und soziolektale Varianten und entwickeln sich laufend weiter.

Gebärdensprachdolmetschen (also die Dolmetschung zwischen einer Lautsprache und einer Gebärdensprache) ist wie Dolmetschen zwischen Lautsprachen eine Übertragung von Inhalten einer Sprache in eine grammatikalisch und strukturell andere Sprache.
Diese Tätigkeit umfasst mehrere Schritte, die simultan ablaufen müssen. Dies erfordert hohe Konzentration und ebenso ein gut trainiertes Kurzzeitgedächtnis. Da die Konzentrationsleistung aber doch nicht länger als eine Stunde zu halten ist, arbeiten wir in Teams.

Je nach Arbeitssprachen kooperieren wir mit hörenden, aber auch mit gehörlosen DolmetschkollegInnen. Mit letzteren arbeiten wir im Team, wenn es um Dolmetschung in International Sign (die Verkehrssprache von Gehörlosen verschiedener Nationalitäten) oder in ÖGS+ geht. ÖGS+ ist eine leichter verständliche Form der österreichischen Gebärdensprache, die für gehörlose Menschen mit geringer Bildung oder gehörlose MigrantInnen verwendet wird.